Corona-Krise: Auswirkungen auf den Amateurspielklassen

Die Regional- und Landesverbände sind bestrebt, möglichst einheitliche Lösungen bezüglich des Spielbetriebs zu finden. Mit Blick auf die unterschiedlichen regionalen Gegebenheiten und Voraussetzungen sind individuelle Entscheidungen und Maßnahmen der Landesverbände für ihre Wettbewerbe gleichwohl nicht ausgeschlossen. Aufgrund der föderalen Struktur des DFB ist jeder Verband in seinem Verbandsgebiet für den Amateurfußball statuarisch zuständig.

Die spielleitenden Stellen der Verbände, die Klubs sowie die Gesundheitsbehörden stehen in ständigem Austausch miteinander. Eine Koordinierungsgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern von DFB, DFL und Landesverbänden bespricht sich unter Leitung von DFB-Generalsekretär Dr. Friedrich Curtius täglich und stimmt weitere Maßnahmen ab. Der DFB setzt sich gemeinsam mit seinen fünf Regional- und 21 Landesverbänden intensiv mit allen Szenarien auseinander.

Die Regionalliga Bayern und der Bayerische Fußball-Verband wollen die unterbrochene Regionalliga-Spielzeit 2019/2020 ab September fortsetzen, sofern die staatlichen Vorgaben das ermöglichen. Außerdem wird die Saison bis ins Frühjahr 2021 verlängert, so dass es eine Spielzeit 2020/2021 nicht geben wird. Gleiches gilt in den weiteren Spielklassen des bayerischen Amateurfußballs. Zudem beschloss der Vorstand des BFV, dass der vom DFB bestätigte Drittliga-Aufsteiger Türkgücü München satzungsgemäß aus der Wertung der laufenden Spielzeit 2019/2020 genommen wird. Damit gilt der Klub ab sofort nicht mehr als Teilnehmer der Regionalliga Bayern. Außerdem hat der BFV-Vorstand formell den Weg geebnet, den Meister und damit Teilnehmer aus der Regionalliga Bayern für die Aufstiegsspiele zur 3. Liga 2021 infolge der Covid-19-Pandemie einmalig in Play-offs zu ermitteln.

Die Regionalliga Südwest GbR beschloss am 26. Mai 2020, die Meisterschaftsrunde 2019/2020 zum 30. Juni 2020 zu beenden. Der Aufsteiger in die 3. Liga wurde anhand einer Quotientenregel (Punkteschnitt) zu den bislang ausgetragen Spielen ermittelt. Daraus ergibt sich, dass die Liga den 1. FC Saarbrücken als Aufsteiger in die 3. Liga meldet. Darüber hinaus wurde beschlossen, dass keine Mannschaft aus der Regionalliga Südwest absteigt, es jedoch vier Aufsteiger gibt. Diese sind Eintracht Stadtallendorf (Hessenliga), der TSV Schott Mainz (Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar), der VfB Stuttgart II (Oberliga Baden-Württemberg) sowie der KSV Hessen Kassel (Hessenliga). Die neue Saison 2020/2021 wird als normale Spielerunde geplant. Grund dafür sind Abfrageergebnisse unter den Vereinen. Nur 10 der 22 stimmberechtigten Vereine haben für das Alternativmodell einer zweigeteilten Liga mit anschließender Auf- bzw. Abstiegsrunde gestimmt. Die Regionalliga Südwest startet Anfang September in die neue Spielzeit. Der erste Spieltag der neuen Saison soll planmäßig am 4. – 6. September durchgeführt werden. Aufgrund der Ansetzung des Pokalwochenendes am 11. bis 14. September könnten allerdings auch Partien des 2. Spieltags auf den 1. und 2. September vorgezogen werden.

Der Außerordentliche Verbandstag des Norddeutschen Fußball-Verbandes e.V. (NFV) hat auf einer virtuellen Versammlung auch formell den Abbruch der Saison 2019/2020 aufgrund der Covid-19-Pandemie beschlossen. Einstimmig wurde dabei dem Antrag des NFV-Präsidiums auf Abbruch der Spielzeit 2019/2020 in allen Ligen und Wettbewerben unter Berücksichtigung der Quotienten-Regelung ohne Absteiger entsprochen. Zugrunde gelegt wurden dabei die Tabellenstände mit Stichtag 12. März 2020. Ebenso Inhalt dieses Antrages war, Mannschaften, die sich in der Abschlusstabelle der höchsten Landesverbandsspielklasse auf den ordnungsrechtlich und ausschreibungsgemäß direkten Aufstiegsplätzen befinden (also für den Aufstieg qualifiziert sind) aufsteigen zu lassen. Die Regionalliga Nord wird wegen der coronabedingten Aufstockung in der kommenden Spielzeit in zwei Staffeln mit je elf Mannschaften ausgetragen. In beiden Gruppen wird zunächst im Modus „jeder gegen jeden“ mit Hin- und Rückspiel gespielt. Eine einfache Spielrunde wäre ebenso eine Option, da das Startdatum des Ligabetriebs noch nicht feststeht. Die zehn Punktbesten Mannschaften aus beiden Staffeln qualifizieren sich für eine Meisterrunde. Der Gewinner geht dann in die Aufstiegsspiele zur 3. Liga gegen den Meister der Regionalliga Bayern. Die übrigen zwölf Teams bestreiten eine Abstiegsrunde.

Auch in der Fußball-Regionalliga Nordost wurde der Spielbetrieb nach der Coronapause nicht fortgesetzt. Das Präsidium des Nordostdeutschen Fußballverbandes beschloss auf einer außerordentlichen Tagung den Saisonabbruch. Der sportliche Abstieg wird ausgesetzt, Lok Leipzig als Meister profitiert von der Quotientenregelung: Zum Stichtag des Abbruchs (13. März) lagen die Sachsen zwar auf Rang zwei hinter dem punktgleichen VSG Altglienicke, hatten aber ein Spiel weniger absolviert. Die Regionalliga Nordost startet am 14. August in die Spielzeit 2020/21. In der kommenden Spielzeit treten 20 Mannschaften in der Spielklasse an, statt wie bisher 18.

Laut Beschluss wird es in der Regionalliga West in dieser Saison keine Absteiger geben, die Staffel wird für die kommende Spielzeit entsprechend aufgestockt. Berechnet nach der Quotientenregelung des WDFV ist der SC Verl Meister. Der SV Rödinghausen hatte als Tabellenerster keinen Antrag auf Zulassung für die 3. Liga gestellt. Verl konnte sich als West-Vertreter bei der Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur 3. Liga gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig durchsetzen. Der Fußballausschuss des Westdeutschen Fußballverbandes hat ebenso den Rahmenterminplan für die Saison 2020/2021 in der Regionalliga West verabschiedet. Die Spielzeit in der Regionalliga West startet demnach im Zeitraum 4. bis 7. September 2020. Der letzte Spieltag soll am 5. Juni 2021 ausgetragen werden. Alle Überlegungen zum Start der Saison 2020/2021 stehen unter dem Vorbehalt, dass die behördlichen Verfügungslagen vor Ort den Spielbetrieb ermöglichen.

Welcher Landesverband die laufende Saison bereits abgebrochen hat und wo weitergespielt werden soll, kann in der Übersicht zum Trainings- und Spielbetrieb der Landesverbände nachgelesen werden.

Bereits schon vor der eigentlichen Verkündung der Wiederöffnung der Sportplätze durch die Bundesregierung haben die Sportfachverbände in enger Abstimmung mit dem DOSB zusammengesessen und geeignete Konzepte erarbeitet. Der DFB hat einen Leitfaden für den Einstieg zurück auf den Platz erarbeitet, der hier einzusehen ist.

Der DFB stellt zudem Trainingsinhalte, bei denen der nötige Mindestabstand gewährt wird, anhand eines umfassenden Servicepakets zur Verfügung (siehe auch alle weiteren Beiträge im neugeschaffenen ‘Corona-Portal’ auf Training & Service).

Leave a Reply